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Zeitreise : "Kampf um den Vatikan"

Durch einen Film über die Geschehnisse hinter den Kulissen des Vatikanischen Konzils konnten wir viel Interessantes und uns bisher Unbekanntes erfahren.

Weihbischof Weider begann mit einer Einführung über das Konzil zu berichten: Papst Johannes der XXIII. überraschte die Kirche und die Welt mit der Ankündigung ein Konzil einzuberufen.

Die Bischöfe der Welt wurden eingeladen, um frisches Leben in die zum Teil verkrusteten Ansichten und Regeln zu bringen. Man sprach von Aggiornamento d.h. Verheutigung. „Die Kirche muss in die Welt' lautete der 'Wahlspruch. Johannes der XXIII. hatte für das Konzil sechs Wochen angesetzt, aber es sollte Jahre dauern bis die Ergebnisse umgesetzt wurden und er selbst hat das Ende nicht mehr miterlebt. Sein Nachfolger Paul VI. hat aber das Werk weitergeführt und vollendet. Von Anfang an gab es schon Gegenströmungen, die das Konzil und Veränderungen verhindern wollten, das waren vor allem die Kurie und einige sehr konservative Bischöfe.

Es wurde die damals neueste Kommunikationstechnik eingesetzt. Die Konzilssprache war Latein, das war für einige Teilnehmer sehr schwierig. vor allem für die außereuropäischen. die dem Lateinischen nicht so mächtig waren. Besonders kritisch wurde es, als die Kurie, die die Leitung der Diskussionen innehatte, die Redezeit auf acht Minuten beschränkte, um möglichst viele Neuerungen und Anträge abzublocken. Der Papst wendet sich dann aber gegen die „Unglückspropheten", die in den Erneuerungen eine Unterwanderung des Glaubens sehen. Als dann Ausschüsse gebildet werden sollten, legte die Kurie schon mit ihnen gleichgesinnten Teilnehmern gespickte Listen vor.

Das war der Punkt, an dem Kardinal Frings gemeinsam mit einem französischem und einem holländischem Bischof aufstand und sich wehrte, schließlich seien sie ja nicht gekommen, um nur die Vorschläge der Kurie abzunicken. Zusammen mit weiteren Konzilsteilnehmern bildeten sie die „Rheinische Allianz", erarbeiteten eigene Vorschläge, die bald bei der Mehrheit der Teilnehmer Zustimmung fanden, vor allem in den jungen Kirchen Afrikas, Asiens und zum Teil auch in den USA. So können sie bei den Abstimmungen die Kurie zurückdrängen und Veränderungen durchsetzen, die für die damalige Zeit eine Sensation waren, heute aber Gang und Gäbe sind. Berater von Kardinal Frings war damals ein junger Theologieprofessor mit Namen Josef Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI.

Was hat uns das Konzil nun gebracht? Da sind vor allem die großen Veränderungen in der Liturgie, wie Messfeier in der Landessprache, Handkommunion, Gottesdienstbeauftragte, verheiratete Diakone, der Priester zelebriert zum Volk hin, mehr Beteiligung der Gemeinde beim Gottesdienst usw. Die 2. große Veränderung war die Religionsfreiheit, der Alleinvertretungsanspruch der katholischen Kirche wurde aufgegeben, die anderen Religionen wurden anerkannt, Aussöhnung und Annäherung wurden Ziel einer Verständigung. Keine Ergebnisse gab es bei Themen wie: das Primat des Papstes, die Unfehlbarkeit, der Zölibat, die Sexualmoral (künstliche Verhütung), Weihe von Frauen zu Diakoninnen. Sie wurden meist abgeblockt und gar nicht behandelt. Im Herbst dieses Jahres (2014) wird in Deutschland eine Bischofssynode stattfinden, die unter anderem auch die Stellung der wieder verheirateten Geschiedenen behandeln soll.

Johannes Stenzel (aus: KiEB, Nr. 8/9 2014, S. 9)

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