Als Einführung in das Werk

Der "Messias" ist das wohl bekannteste und berühmteste Oratorium von Georg Friedrich Händel (1685-1759). Sein der Bibel entnommener Text wurde von Charles Jennens eingerichtet, mit dem Händel vorher beim Oratorium"Saul" zusammengearbeitet hatte. Händel schrieb die Musik zum "Messias" in nur 23 Tagen!

Die erste Aufführung am 13. April 1742 in Dublin wurde ein großer Erfolg, jedoch wurde die Folgeaufführung 1743 in London eher kühl aufgenommen, so dass Händel sich entschied, eine überarbeitete Fassung im Jahr 1745 herauszubringen. Auch diesmal stellte sich der erwartete Erfolg nicht ein. Es sollten vier weitere Jahre vergehen, bis Händel sich entschloss, das Werk einem breiten Publikum am Covent Garden in London zu präsentieren. Diesmal gelang dem Komponisten ein derart durchschlagender Erfolg, dass von nun an der"Messias" unter Händels Leitung in 14 Konzertsaisons nacheinander aufgeführt wurde, jedesmal mit geringen Änderungen. 1789 erhielt Mozart den Auftrag, den ,Messias" neu zu orchestrieren, er reicherte die Orchesterfassung großzügig mit Blasinstrumenten an. Diese Fassung wurde zur späteren Grundlage der meisten Partiturausgaben von Händels Werk, das sich von jetzt an für die Aufführung mit größeren Chören eignete, an die Händel selbst nie gedacht hatte. Es gibt bis in die jüngste Zeit Versuche, den Originalklang Händels wiederzubeleben.

Das Oratorium gliedert sich in drei Teile: Teil I erzählt von der Verheißung des Messias und ihrer Erfüllung durch Geburt und Leben Jesu. Er entspricht im Festkreis des Kirchenjahres der Advents- und Weihnachtszeit. Teil II behandelt den Tod Jesu und die zu Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten gehörenden Evangelientexte. Mit dem Ende dieses Abschnittes schließt der erzählende Teil des Werkes. Teil III schließlich enthält die konkrete Aussage: Die Auferstehung Christi gibt uns Menschen Hoffnung auf die eigene Auferstehung (Zitat: "Doch werden wir alle verwandelt").

Einzelne Teile des Werkes hervorzuheben, scheint nicht sinnvoll, da es sich um ein geschlossenes episches Werk des Komponisten handelt. Dem Orchester fällt eine wichtige Rolle zu, vor allem in der Ouvertüre und der Pastoralsinfonie. Der Chor aber dominiert in jeder Phase, ja er verkörpert gleichsam die Stimmen aller Völker, kommentiert das Geschehen und gibt von seinem ersten Auftreten bis zur Schlussfuge des Amen-Chores Zeugnis großartigen Triumphes.

Haben Sie Interesse bekommen, sich unserer Arbeit anzuschließen? Wir freuen uns über neue Mitglieder, vor allem in den Männerstimmen. Nehmen Sie doch einfach Kontakt mit uns auf.

Michael Streckenbach ( 03379-207774 'neu' ; Kath. Kirchengemeinde Maria Frieden) und

Friedrich-Wilhelm Schulze ( 703 49 08; Ev.Kirchengemeinde Mariendorf)

(Auszug aus der Programmbeilage des Konzertes im Jahr 2001)

Vorgeschichte zur ökumenischen Aufführung des Oratoriums im Jahr 2001

Im Oktober 2000 begann der Countdown für die drei beteiligten Chöre. Das Ziel: die Aufführung des "Messias" am 7. Oktober 2001 im Dom zu Havelberg und am 14.Oktober in der Martin-Luther-Gedächtniskirche.

Die Vorarbeiten reichen aber schon weit zurück: Während einer Chorfahrt mit dem Berliner Historiker G. v. Glowczewski sind harmonische Kontakte mit dem Havelberger Chor entstanden. Diese Begegnungen hatten, so Michael Streckenbach, unmittelbar nach dem Mauerfall einen Brückenschlag zur Folge, der nun, im Jahre 2001, zur Aufführung des "Messias" führte. Brückenschlag deshalb, weil hierbei Menschen unterschiedlicher Konfessionen zueinander fanden und gemeinsam zum Gelingen der Aufführung des Werkes "Der Messias" sangen.

Als mitwirkende Chöre sind zu nennen: Der Kantatenchor Havelberg unter der Leitung von Gottfried Förster, der Chor der katholischen Gemeinde MariaFrieden unter der Leitung von Michael Streckenbach und der Chor der evangelischen Kirchengemeinde Mariendorf unter Friedrich-Wilhelm Schulze.

Dieser historische Hinweis findet sich auch in der Beilage zur CD als Dokumentation und Konzertmitschnitt zur persönlichen Verwendung Mitwirkender.


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