ÖÖÖWürdigung in der Presse (Auswahl)


1) In einer Havelberger Zeitung las man:

Chöre und Musiker übermittelten überzeugend Oratoriums-Botschaft

Am frühen Sonntagabend hatte Havelberg und Umgebung das musikalisch-künstlerische Großereignis des Jahres: Die Aufführung von Georg Friedrich Händels Oratorium "Der Messias". Anlass dafür war das zehnjährige Bestehen des Havelberger Kantatenchores, der Rahmen das 6. Altmärkische Musikfest und der Ort der Darbietung wieder einmal die alte Bischofskirche der Havelstadt.

Mehrere hundert Zuhörer aus nah und fern folgten mit gespannter Aufmerksamkeit dem musikalischen Geschehen einer beeindruckenden Aufführung. Sie ließen sich von Händels weichen, harmonischen Melodien und dem strahlenden Glanz der Chöre verzaubern, bewunderten die Hingabe und Begeisterung aller mitwirkenden Sänger und Musiker, die die Botschaft des Oratoriums überzeugend übermittelten. Und manch einer wurde an diesem Herbstabend wohl auch sehr nachdenklich, als die Bass-Arie "Warum denn rasen die Heiden und toben im Zorn, warum verblendet der Wahn ein jedes Volk ..." im Dom erklang.

Kern des Händelschen "Messias" sind die Chöre. So hatte der aus 130 Sängerinnen und Sängern bestehende Chor - er bot auch optisch ein sehr schönes Bild vor dem Lettner - den umfangreichsten Part des reichlich zweieinhalbstündigen Konzerts zu bestreiten. Mit bewundernswerter Gesangskultur, ausgeglichen in allen Stimmlagen, bot die aus dem Havelberger Kantatenchor, dem Chor der Katholischen Gemeinde "Maria Frieden" Berlin-Mariendorf und der Kantorei der evangelischen Martin-Luther-Gedächtnis-Gemeinde gebildete "Sängervereinigung" eine eindrucksvolle Leistung. Domkantor Gottfried Förster, der die Gesamtleitung des Konzerts hatte, war es gelungen, nach nur zwei Probentagen ein Gesangsensemble zu formen, das am Sonntagabend wohl manchem professionellen Chor hätte Paroli bieten können. Kraftvoll und sicher erklangen die zahlreichen polyphonen Chöre, akzentuiert und prägnant vom Domkantor geleitet. Ein Erlebnis, wie der berühmte große Halleluja-Chor am Schluss des zweiten Teils dargeboten wurde !

Gleichermaßen beteiligt am Gelingen der zutiefst beeindruckenden Messias-Aufführung waren natürlich auch die Gesangssolisten Bergith Sprenger (Sopran), Christiane Bach-Röhr (Alt), Reinhard Ginzel (Tenor) und Kai-Uwe Fahnert (Bass) - alles erfahrene und bewährte Oratorien- und Konzertsänger - sangen ihre Arien und orchesterbegleitenden Rezitate mit starker Ausdruckskraft, emotionaler Anteilnahme und guter Textverständlichkeit.

Berührend, lieblich und einschmeichelnd zum Beispiel das Duett der Sopran- und Altstimmen "Er weidet seine Herde wie ein Hirte" gegen Ende des ersten Teils, fast ein Ohrwurm die von Reinhard Ginzel dargebotene Arie "Doch du ließest ihn im Grabe nicht", und voller Intensität und Tiefe Bergith Sprenger mit der Arie "Ich weiss, dass mein Erlöser lebet", die zum Innigsten gehört, was Händel je geschrieben hat.

Bleibt noch ein Wort zum Orchester: Die Damen und Herren des Philharmonischen Staatsorchesters Halle/Saale standen den Sängern in keiner Weise mit ihrer Leistung nach und musizierten mit Glanz und Zartheit - ganz im Sinne Händels, der im Orchester die tonmalerische Begleitung des Oratoriums sah. Gottfried Förster, mit der Akustik im Dom bestens vertraut, war ihnen dabei ein feinfühliger, souveräner Dirigent. Dass schließlich am Ende des Konzerts allen Mitwirkenden mit minutenlangem Beifall und stehenden Ovationen gedankt wurde, war an diesem Abend selbstverständlich.

Edgar Steiner


2) Foto (von Freihorst) aus einer Zeitung

Beim Konzert im Havelberger Dom


Zweites Konzert in Berlin


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