Lesung zu Pfingsten :

                                 "Mit Ja antworten und den Frieden annehmen"

Christus hat seinen Jüngern den Beistand des Heiligen Geistes angekündigt und ihn damit auch uns geschickt. In dieser Weise können wir uns aktiv auf Christus berufen. So können sich auch heute Menschen immer wieder neu entscheiden als Christen zu leben.

Ist eine solch endgültige Entscheidung überhaupt möglich? In der Erfahrung von Pfingsten, in der Kraft und im Licht des Geistes, den wir empfangen haben, kann die Antwort nur lauten: Ja ! Denn Gottes Geist steht uns bei. Noch mehr und genauer: Der Auferstandene hat uns sogar erwählt ihm zu dienen.

Dafür möchte er uns im Glauben fest machen und zum Einsatz bringen. Nicht wir ergreifen zuerst die Initiative, er tut es für uns ! Er macht aber unseren Einsatz, die Aktivierung unserer Kräfte damit nicht überflüssig. Immerhin schenkt er uns die Einsicht zu glauben und den Mut den Glauben zu bekennen.

Das zweite Kapitel der Apostelgeschichte zeigt uns, wie es geht. Der Geist Gottes befähigt uns, unseren Platz in der Kirche zu finden und Verantwortung zu übernehmen. "Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen", so schreibt der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther. Wo ist unser Platz heute ?

Das Johannes-Evangelium macht uns die Sendung des Heiligen Geistes noch auf eine andere Weise verständlich.

Der Auferstandene tritt in die Mitte der Jünger, die aus Furcht die Türen zugeschlossen hatten. Er sagt zu ihnen: "Friede sei mit euch!" Er wiederholt es: "Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch." Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!" (Joh 20, 19-23).

Friede ist, wo Geist Gottes ist. Da weichen Angst und Furcht. Es ist mit der Gabe des Geistes nicht das Versprechen verbunden, dass sofort alles ganz leicht wird. Wohl aber wird es nicht an dem fehlen, was nötig ist, um zu bestehen und der Mensch zu werden, der jede und jeder einzelne von uns sein soll.

Genau das ist die Zusage, die wir an Pfingsten immer wieder neu erhalten. Das ist die Zuversicht, die aus der Kraft des Heiligen Geistes erwächst.

 

(vgl. Katholische Sonntagszeitung für das Erzbistum Berlin, 30.5.2004, Seite 3)

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