Quelle: Volksstimme, Havelberg (18. Oktober 2010)    
 

 

Letztes großes Werk unter Leitung von Gottfried Förster in der Stadtkirche

Beeindruckende Aufführung von Haydns "Die Schöpfung"

Von Klaus-Joachim Lasch

Seit der Gründung des Havelberger Kantatenchores, zu dem auch etliche Sänger aus der Prignitz gehören, ist es zur Tradition geworden, einmal im Jahr eines der großen kirchlichen Werke aufzuführen. Vor acht Tagen fand das Konzert mit Haydns "Die Schöpfung" in Berlin statt, nun erlebten es die Havelberger.

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Havelberg. Schon vor zwölf Jahren gab es in der Stadtkirche St. Laurentius "Die Schöpfung" zu hören. Damals wirkte der Verdener Domchor mit. Unmittelbar danach trat der Havelberger Chor in der Partnerstadt Verden auf. Inzwischen existiert eine neue Sängerfreundschaft zum Chor der katholischen Pfarrgemeinde "Maria Frieden" und der Kantorei der evangelischen Martin-Luther-Gedächtnis Gemeinde Berlin-Mariendorf. Friedrich-Wilhelm Schulze, der die Aufführung in Berlin geleitet hatte, strahlte nach dem Havelberger Konzert und fasste kurz zusammen: "Beide Konzerte waren sehr gut".

Wen soll man zuerst loben, das Orchester, die drei Solisten oder den mächtigen Chor mit über 100 Sängern? Nur in harmonischer Gemeinsamkeit von Gesang und instrumentaler Begleitung konnte das Werk unter Leitung von Gottfried Förster zu einem Erlebnis werden. Raphael, gesungen vom Berliner Bass Volker Schwarz, mit seiner kräftigen tiefen Stimme leitete nach dem eindrucksvollen Vorspiel das Oratorium mit den Worten ein: "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde". Der Chor setzte fort mit dem gewaltigen Satz: "Und es ward Licht." Das war eine sehr emotionale Stelle, deren Wirkung sich wohl keiner der Zuschauer entziehen konnte.

Sebastian Lipp, freischaffender Konzert- und Oratoriensänger, glänzte mit seiner hohen und klaren Tenorstimme, ließ sich aber an einigen Stellen vom Orchester übertönen. Beide Solisten sind den Havelbergern seit Jahren bekannt. Als die Sopranistin Barbara Kind zum ersten Mal in Havelberg auftrat, hatte sie ihr Studium fast beendet und begeisterte schon damals die Zuhörer. Nun bezauberte sie förmlich das Publikum. Bereits in der Durchlaufprobe am Mittag applaudierte der gesamte Chor nach einer Arie von ihr. Mit der Schönheit ihrer Stimme, Leichtigkeit bei Koloraturen mit Kraft in den Höhen trug sie größtenteils ihren Part auswendig vor.

Der Funke sprang zum Chor über, der sehr sicher auftrat. Man merkte, dass das Oratorium "saß" und somit kräftig und homogen das Lob für Gottes Schöpfungsakt zum Ausdruck bringen konnte.

Haydns Musik ist sehr abwechslungsreich, fast volkstümlich zu nennen. So sang der Chor voller Überzeugung, freudig, froh, und glänzte förmlich am Ende jedes Teiles bei den großen Chorstellen: "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes", "Vollendet ist das große Werk" und zum Schluss die große Lobeshymne "Singt dem Herren alle Stimmen!"

Domkantor Gottfried Förster führte den Chor mit großer Gestaltungskraft und leitete die Gesamtaufführung souverän. Wunderbar stimmte der Gesang von Chor und Solisten mit dem Bachorchester Leipzig überein.

Der prominente Klangkörper stellte in beeindruckender Weise die Entwicklung, Stürme, Blitze, das ungestüme Meer, die aufgehende Sonne, Tiere, Fische, Vögel bis zur Erschaffung von Adam und Eva dar. Durch die großen dynamischen Unterschiede konnte sich der Zuhörer die Ereignisse gut vorstellen.

Nach einem lyrischen Duett von Adam (Volker Schwarz) und Eva (Barbara Kind) mit einem großen Lobgesang auf Gott stimmte der Chor mit ein: "Des Herren Ruhm, er bleibt in Ewigkeit" und setzte damit den kräftigen Schlusspunkt.

Durch die großartige Leistung aller Mitwirkenden hatten die Musiker dem Domkantor und Organisten Gottfried Förster, der Ende November in den Ruhestand geht, ein würdiges Abschiedsgeschenk bereitet !

( Link zur Original-Webseite der  "Volksstimme.de"  ---mit Fotos )

 

 

   

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