Quelle:  "Mariendorfer Gemeindebrief ",

Ausgabe November 2010; hrsg. vom Gemeindekirchenrat)

   
   

Die Schöpfung - hoch 2“

Zwei wunderschöne Konzerte liegen hinter uns.

„Die Schöpfung“, die Joseph Haydn von 1796 – 1798 erarbeitet hat, wurde zum (vorläufigen) Abschluss einer langjährigen Zusammenarbeit am 9. Oktober 2010 in der Glaubenskirche in Tempelhof und am 16. Oktober 2010 in der Stadtkirche zu Havelberg aufgeführt.

Drei Kantoreien haben dabei mitgewirkt – die Kantorei Mariendorf, der Chor der Gemeinde Maria Frieden und der Kantatenchor von Havelberg. An beiden Tagen haben wir wunderbare Musik erlebt und dabei mitgewirkt – ein schöner Erfolg nach einem Jahr intensiver Proben. Wunderbare Solistenstimmen und hervorragende Orchester ließen beide Aufführungen auch für uns zu einem besonderen Erlebnis werden, dass alle Anstrengungen und Mühen in der Vorbereitungsphase vergessen ließen.

Über hundert Sängerinnen und Sänger mit einem 38 Personen starken Orchester führten in Berlin dieses Werk unter der Leitung unseres Kantors Friedrich- Wilhelm Schulze auf. Und auch in Havelberg sangen über 100 Sängerinnen und Sänger mit dem Bachorchester Leipzig unter Leitung von Domkantor Gottfried Förster diese Oratorium. Zu erwähnen sind die wunderschönen Stimmen unserer Solisten. In Berlin sprang wegen Erkrankung von Barbara Kind (in Havelberg konnte sie wieder auftreten) kurzfristig Eva Kirchner ein, wofür wir ihr sehr dankbar sind. Und auch Sebastian Lipp und Volker Schwarz standen der Qualität der Sopranistinnen nicht nach und sorgten so ebenfalls für diesen Erfolg.

Doch ein wenig Wehmut begleitete beide Konzerte. Es waren die letzten großen Konzerte von Domkantor Gottfried Förster, bevor er nun in seinen wohlverdienten Ruhestand geht – auch wenn es ihm schwer fällt. Wir haben über viele Jahre gemeinsam mit dem Chor von Maria Frieden und dem Kantatenchor von Havelberg große und schöne Aufführungen erlebt, die nicht nur verbunden waren mit wunderbaren musikalischen Werken, sondern die allen Beteiligten auch viele gemeinsame und fröhliche Stunden mit vielen besonderen Erlebnissen geboten haben und die uns Allen, die daran beteiligt waren, in schöner Erinnerung bleiben werden.

Egal, ob wir uns in Havelberg oder in Berlin trafen: jeder noch so anstrengenden gemeinsamen Probe und jedem Konzert folgten auch gesellige, unvergessliche Stunden, die die Kantoreien nicht nur ökumenisch sondern auch freundschaftlich verbanden. Das war eben das besondere an unseren Kontakten: Über 10 Jahre lang haben wir praktische Ökumene gelebt: Havelberg mit Mariendorf und umgekehrt.

Wir sind froh und dankbar, dabei gewesen zu sein – und werden es hoffentlich auch noch bleiben. Man mag es bedauern, dass sich in anderen grundsätzlichen Bereichen Bereichen der Ökumene, zum Beispiel zur Frage des gemeinsamen Abendmahls, noch so viele Hürden auftun, die überwunden werden müssen: Aber wir meinen, was sich hier an ökumenischer Zusammenarbeit zeigt, ist beachtenswert. Wir können uns glücklich schätzen. Gebe Gott uns die Kraft, den Mut und die Möglichkeit, diesen Weg weiter zu gehen – auch mit unseren Freunden aus Havelberg.

Es gilt, vielen fleißigen Mitstreitern für alle erforderlichen Vorbereitungen und Aktivitäten zu danken, die all das, was neben der eigentlichen Aufführung zum Gelingen notwendig ist, erst möglich machen.

Ein besonderer Dank gilt auch der Fa. Hahn Bestattungen, die mit einer großzügigen Geldspende von 1.000,-- € unser Konzert unterstützt hat.

Und so blicken wir dankbar auf zwei gelungene und erlebnisreiche Tage zurück. „Die Schöpfung“, das war für uns ein musikalischer Gottesdienst.

Klaus Wirbel

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